Warum denn hinterher laufen oder fahren?

 



03.10.2016

L'Eroica 2016

Ein Erlebnis

Back to the roots!

Mit dem Begriff Eroica verbindet man zunächst Beethovens Symphony Nr.3. Beethoven wollte speziell den ital. Titel Eroica für sein Werk. Er dachte dabei an Napoleon, der die Hegel-Worte „the world-spirit on horseback” zitierte. Heute ist der Begriff Eroica der World-Spirit des Radfahrens wenn jährlich Tausende von Radlern auf ihren Stahlrössern durch die weißen Wege im Chianti radeln. Gaiole wird zum Mekka der Radsport-Enthusiasten.

Ich folgte in diesem Jahr einer Einladung der Fa. Continental und durfte somit den besonderen Spirit das erste Mal live miterleben. Ich benutze Continental-Reifen schon seit Jahren im Training und im Wettkampf. Das Dörfchen Gaiole in Chianti verwandelte sich in eine kleine Messestadt mit ganz besonderem Flair und Besuchern.

Die Einladung kam überraschend, so musste ich mein altes Bianchi-Rad aus dem Vorgarten wieder heraus holen und aktivieren. Gut, wenn man Ersatzteile aufhebt!

Wir reisten mit dem WOMO am Freitag an und in Gaiole war schon die Hölle los. Samstags folgte dann ein Fototermin mit Conti und die Vorbereitung auf das Rennen. Am Sonntag um 8 Uhr war ich dann an der Reihe und wurde ins Rennen geschickt.

Back to the roots! Leider hatte es die ganze Nacht geregnet und die weißen Wege durch die Chianti-Landschaft waren total aufgeweicht. Die Räder meines Stahlrahmens drückten tiefe Furchen in die „Strade bianche“. Bei Steigungen um 15% ging dann nichts mehr und ich musste im Gruppetto hochschieben. Die Getränkestationen waren ebenfalls der historischen Radvergangenheit angepasst, keine Gels, Riegel oder isotonische Getränke. Es gab Schmalz- und Salami-Brote, Trauben und Chianti an den Stationen. Aber selbst nach dem dritten Glas Chianti konnte ich mich noch nicht entscheiden, was gerade mehr schmerzt, der Rücken, die Oberschenkel oder die Hände vom Bremsen. So genoss ich lieber den herrlichen Ausblick in die Landschaft. Als ich dann zum xten Mal meine Bremsen vom Matsch befreit hatte, ging es die letzten 5 km auf Asphalt in einer rasenden Abfahrt nach Gaiole hinunter. Nach 5:06 Stunden, 78 km mit 1600 hm war das Ziel erreicht.

Ein tolles Erlebnis, eine tolle Veranstaltung und vielen Dank an Continental dass ich im Team dabei sein durfte.

Nun folgen ein paar Relax-Tage und die Vorfreude auf unser Rennrad-Trainingscamp in San Remo steigt.